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Der nervt! Oder doch nicht?

Die aktuelle Ausgabe der Brigitte Mom titelte: „Der nervt! Wenn Väter uns einfach wahnsinnig machen“. Ich habe mir die Zeitschrift nicht auf Grund dieses Artikels gekauft, sondern eher, weil ich sie mir immer kaufe. Sie geht so schön ironisch mit vielen Themen um, die uns Mütter betreffen.
Naja, jedenfalls lag die Zeitung eine Zeit lang bei uns im Bad. Ich habe kaum Zeit in Ruhe zu lesen, das kennt ihr sicher auch. Mein einziger Rückzugspunkt ist die Badewanne und so las ich immer mal wieder einen der Artikel, aber eben diesen einen Artikel: „Der nervt! Warum Papa manchmal das größte Baby von allen ist“ von Karina Lübke (Brigitte Mom 01/2016) hatte ich bisher nicht gelesen.
Am Wochenende dann, nachdem mein Mann sich selbst eine kleine Auszeit in der Badewanne nahm, kam er ganz echauffiert aus dem Bad und meinte nun zu wissen, warum ich diese Zeitschrift gekauft hätte… Die wäre ja sowas von männerverachtend… Nun meinte er dies sicher mit einem gewissen humorigen Unterton, aber es schien trotzdem an seiner Männerseele zu kratzen, denn er forderte sich natürlich gleich die Bestätigung von mir ein, dass ER doch eben nicht so ein Exemplar von Mann sei…
Während meiner nächsten kleinen Auszeit (in der Badewanne) habe ich dann den Artikel von Karina Lübke gelesen. Ihre „Bestandsaufnahme der Nutzlosigkeit“. Zugegeben sie stellte alles sehr überspitzt da, aber auch ich kenne diese Momente, in denen ich denke:

„Das kann doch jetzt nicht wahr sein!“

An viele seiner Macken habe ich mich natürlich gewöhnt und er sich sicher auch an meine (Ich will hier nicht behaupten, dass ich keine hätte. Aber sicher weniger als er… Nein, Scherz beiseite… Ich bin natürlich auch nicht fehlerfrei, wie keiner von uns). Mein Mann wäscht zum Beispiel keine Wäsche und vermutlich wird er dies auch nie tun, geschweige denn Aufhängen… Das ist für mich aber völlig in Ordnung, es ist nicht so, dass mein Mann keine Hausarbeit sieht, aber das Thema Wäsche legt er dann dennoch gerne in meine Hände ( und vermutlich ist das auch besser so).
Dennoch gibt es einfach Dinge, die ich nicht verstehe!
Gestern gab’s bei uns Kartoffelsuppe. Mein Mann lobte die Suppe in den höchsten Tönen, deshalb ist es für mich auch unverständlich, warum der Rest, der für unser Ferienkind zum Mittag gedacht war, von ihm nach dem Abendessen entsorgt wurde. Er selbst hatte auch keine Erklärung dafür… Toll, ich auch nicht, aber ehrlich gesagt:

DAS NERVT!

Heute sollte er einen wichtigen Zettel mit auf Arbeit nehmen. Nachdem ich ihn zweimal daran erinnert habe und den Zettel zu Schlüssel und Portemonnaie legte (ich habe also alles getan, was möglich war, um ihn darauf aufmerksam zu machen, diesen Zettel mitzunehmen), musste ich dennoch heute Morgen feststellen, dass der Zettel noch hier lag. So etwas verstehe ich nicht, aber ehrlich gesagt:

DAS NERVT!

Am Ende musste ich den Zettel dann noch Scannen und per Mail senden. Toll, danke! Was soll man dazu noch sagen? Außer:

DAS NERVT!

Und in solchen Situationen kann ich Karina Lübke nur zustimmen. Es gibt sie, diese Situationen, in denen man sich fragt, habe ich zwei oder drei Kinder? Irgendwie benimmt sich Papa manchmal nicht anders als unsere Sprösslinge.
Meiner Großen muss ich ständig alles hinterhertragen und sie ständig an alles erinnern. Doch warum ist es bei ihm nicht anders? Ich komme mir manchmal vor, wie seine zweite Festplatte, der zweite Terminkalender oder die persönliche Assistentin.
Auf Termine, Tagesabläufe, Einkäufe, wichtige Erledigungen weise ich ihn am Besten hundertmal hin. Allerdings ist das immer noch kein Garant dafür, dass der Termin, der Einkauf oder was auch immer auch tatsächlich erledigt wird.
Seit mittlerweile einem Monat liegt ein Rezept für unsere Tochter zur Abholung beim Arzt bereit… Ich erinnere täglich daran, dass es toll wäre, wenn er es abholen könnte. Bis heute ist nichts passiert:

DAS NERVT!

Aber und das muss man klar sagen, es gibt sicherlich genug Situationen, die meinen Mann an mir Nerven, wie meine Neigung zur Hypochondrie, meinen Tick für Plätzchenausstecher oder was auch immer.

Somit:

Ja, es gibt diese Situationen, diese Momente in denen ich denke: „Das kann doch jetzt nicht wahr sein.“ Doch, wenn man versucht es leicht bzw. mit Humor zu nehmen, dann hat es doch auch etwas für sich. Ich wusste eigentlich schon gestern Abend, dass das mit dem Zettel heute nichts wird. Und eigentlich zeigt dies ja auch, wie gut wir uns gegenseitig kennen.

Ja, manchmal nervt es, aber das geht meinem Mann sicher auch ab und an mit mir so…

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Ein Kommentar zu „Der nervt! Oder doch nicht?

  1. Ich kann es ziemlich gut nachvollziehen was du meinst. Auch bei meinem Liebsten ist es oft so. Ich frage mich manchmal ob wir nicht selbst schuld sind, wenn wir Mann und Kind alles hinterher tragen. Aber man tut es ja dann trotzdem gerne uns bekommt ja auch viel zurück dafür, oder? 😉

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