Allgemein · Kind & Kegel

Ein Hoch auf das Kurzzeitgedächtnis

Letzte Woche viel meinem Schulkind ja kurz vor der Angst ein, dass es am nächsten Tag eine Arbeit in Sachkunde schreiben würde. Um es genau zu sagen, war es eigentlich gerade Zeit um sich fertig fürs Bett zu machen. Toll… Und natürlich auch zu einem Thema, was Mama so gar nicht liegt. Ich kann gerne die deutsche Grammatik erklären oder schriftliche Division, aber bei „Karte und Kompass“ steig ich quasi aus..

Der Experte für solche Themen ist der Lieblingsmann, der aber natürlich gerade an diesem Tag auf Dienstreise war. Mein Schulkind und ich hatten also schon das große „P“ für Panik in den Augen und Mama eigentlich grad keine Zeit, weil das Kindergartenkind ins Bett gebracht werden wollte, natürlich möglichst ausgiebig (mit knuddeln, Geschichte lesen, spielen und am Besten auch noch beschützen (bis sie schläft)).

Nun ja, das Schulkind sollte erst einmal versuchen sich allein durch ihre Unterlagen zu wühlen bis ich fertig war, schließlich hatten sich meine Eltern früher auch nicht wirklich mit mir hingesetzt und gelernt. Am Ende kann man ihnen ja auch nicht ständig den „A…“ retten (verzeiht mir die Ausdrucksweise).

Na jedenfalls kam dann der Lieblingsmann doch noch rechtzeitig und befreite mich als Mama aus der peinlichen Situation des Nichtwissens. Beide verschanzten sich 1 Stunde im Kinderzimmer und behaupteten anschließend, dass das Wissen nun bestimmt ausreichen würde.

Heute brachte sie die Arbeit wieder mit und konnte sich über eine Eins mit 0 Fehlern freuen. Das passiert bei uns äußerst selten, denn irgendein Schusselfehler ist eigentlich immer dabei.

Papas Crashkurs und das Kurzzeitgedächtnis des Schulkindes haben die Situation also nochmal gerettet.

Nun stellt sich natürlich nur die Frage, was das Schulkind daraus gelernt hat und ob es richtig war, dass wir als Eltern wieder die Retter in der letzten Sekunde waren. Zu einer wirklichen Lösung des Dilemmas komme ich grad nicht. Zum einen soll sie natürlich Vertrauen in uns haben und wissen, dass wir immer für sie da sind, sie unterstützen, wenn sie Hilfe braucht, zum anderen muss sie natürlich auch lernen selbst für ihre Fehler einzustehen und die Konsequenzen aus ihrem Handeln bzw. Nichthandeln spüren, um daraus zu lernen. Ein schmaler Grad… Wie weit kann / darf Unterstützung gehen und wo fängt Helicoptering an? Hätte man konsequent sein müssen und nicht mir ihr gemeinsam den Stoff noch einmal wiederholen sollen, damit das Kind lernt für die eigenen Fehler einzustehen?

Ich weiß, die Meinungen hierzu gehen völlig auseinander. Ich selbst bin mir ja meines eigenen Handels unschlüssig… Wie würdet ihr handeln bzw. was haltet ihr für die richtige Vorgehensweise?

Ich freu mich auf eure Meinungen!!!

Sylvi

 

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5 Kommentare zu „Ein Hoch auf das Kurzzeitgedächtnis

  1. Hallo Sylvi,
    vielleicht lässt es sich noch aus einer anderen Perspektive betrachten. Welcher Lerntyp ist das Kind? Passiert das häufiger bei euch, dass so kurzfristig gelernt wird und die Ergebnisse trotzdem „stimmen“?
    Ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung sagen, dass ich mein Leben lang schon der Typ bin, der den Druck braucht. Ich habe auch immer nur kurz vor knapp gelernt und habe es bis zum Abi geschafft 🙂
    Ich habe es nie geschafft, „auf Vorrat“ zu lernen, also langfristig. Trotzdem ist bei mir unheimlich viel Wissen hängen geblieben. Bereits in der Schulzeit bescheinigte man mir eine außergewöhnlich große Allgemeinbildung.
    Analysiert das doch mal. Evtl. kann euer Kind einfach besser unter „Stress“ lernen..
    Es grüßt
    DieReiseEule

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  2. Das kommt mir gerade sehr bekannt vor. Meine Tochter hat das oft auf den letzten Drücker. Anfangs habe ich ihr noch geholfen, doch nach und nach musste sie das eigenständig handhaben, auch mit den Konsequenzen. Sie hat dann daraus gelernt, mehr oder weniger 😉

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  3. Davon kann ich auch ein Lied singen. Wenn eine Klassenarbeit ansteht, dann ist das meist ein paar Tage eher bekannt. Immer wieder erinnere ich unsere Große, aber sie sieht es immer locker und antwortet: „Keine Lust und es ist doch noch Zeit.“ Meist passiert es dann wie bei Euch liebe Sylvie, dass Madame am Abend beim zu Bett gehen die Erleuchtung kommt, dass sie vergessen hat zu lernen. Ich bin raus! Am Abend gegen 20 Uhr habe ich keine Zeit und auch keine Lust mehr zu lernen. Sie nimmt dann meist den Hefter mit ins Bett und ist am nächsten Morgen auch recht sattelfest im Thema, oft passieren nur die ollen Schusselfehler. Bisher hat Ihre Kopfkissenmethode gut funktioniert und der Lerneffekt des früheren Lernens ist noch ausgeblieben. Irgendwann wird die Erkenntnis bei den Kids kommen!

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