Allgemein · Vereinbarkeit Familie & Beruf

„Muss nur noch kurz die Welt retten!!!“ 10 Facts über (m)ein Leben an der Seite eines Soldaten.

Du kennst den Song, oder?

Passt sicher auch auf jede Mutter, aber, wenn ich den Song höre, dann denke ich zu allererst an meinen Mann. Seit fast 17 Jahren lebe ich nun schon an der Seite eines Soldaten.

Nun denkst du bestimmt: „Ob Bäcker, Maurer oder Soldat, was soll denn nun das Besondere sein.“

Definitiv ist es kein Job wie jeder andere. Und wenn ich das Wort „Job“ schreibe, dann höre ich schon wieder meinen Mann in meinem Hinterstübchen rufen: „Das ist kein Job, das ist eine Berufung!“ Ok, halten wir fest, dass es (für ihn) die Berufung ist, aber was bedeutet es für mich bzw. worauf muss man sich als Soldatenfrau einstellen?

Ich habe da mal ein paar Facts zusammengetragen, die jede Frau lesen sollte, bevor sie sich auf einen Soldaten einlässt.  Nicht immer zu 100% ernstgemeint, aber auch in der Ironie liegt ja bekanntlich ein Fünkchen Wahrheit.

  1. „Muss nur noch kurz die Welt retten!!!“

Du hast schon gelernt, dass der Soldatenberuf kein Job ist, sondern eine Berufung. Heißt also auch für die Bundeswehr tut (mein) Mann alles. Erst Frau von der Leyen und Herr General XY, dann kommen wir. Pflichterfüllung ist das oberste Gebot.

  1. Nichts ist so beständig wie die Änderung.

Du möchtest mal wieder mit den besten Freundinnen ins Kino und der Soldat soll die Kinder hüten? Pech für dich, denn dieser kommt nach Hause und sagt: „Sorry, aber da muss ich auf Dienstreise.“ Grrr. Also sagst du schweren Herzens allen wieder ab und als du der letzten gerade abgesagt hast, kommt der Soldat nach Hause und meint: „Ach, du hast wohl jetzt schon abgesagt? Du hättest doch ruhig gehen können, denn die Dienstreise wurde verschoben.“ Ach, wie schön, ehrlich? Toll, danke!

  1. Urlaub hast du erst am ersten Urlaubstag.

Alle Jahre wieder planen viele von euch ihren Urlaub spätestens im Januar des neuen Jahres. Ich plane mittlerweile allein und hoffe, dass der Soldat mitkommen kann. Denn Urlaub wird nicht im Vorfeld genehmigt… Es könnte ja Personalmangel herrschen!!! Also unterschreibt der Vorgesetzte den Urlaubsantrag am liebsten erst einen Tag vor dem Start.  Das bange Warten ist sogar aufregender als Lotto spielen.

  1. Abkürzungen sind cool.

Was Soldaten lieben, das sind Abkürzungen. Also leg dir am besten ein Vokabelheft an, damit du im Gespräch auch mitkommst. KZH = Krank zu Hause; DZA = Dienstzeitausgleich usw.

  1. Immer mal wieder was Neues versus Wochenendbeziehung

Du bist überall und nirgends zu Hause und kannst dich gut in neuen Lebenslagen zurechtfinden? Super, denn regelmäßige Versetzungen innerhalb Deutschlands gehören zum guten Ton. Alternativ kannst natürlich auch in deiner Heimat bleiben, dann musst du dich allerdings darauf einstellen, dass eine Wochenendbeziehung auf Dauer unumgänglich ist. Familienleben in zwei Tage die Woche zu quetschen, kennen sicher auch viele andere Familien, aber meist ist es da dennoch nur für eine begrenzte Zeit. Mit einem Soldaten als Mann droht dir das immer, zu jedem Zeitpunkt.

  1. Deutschland verteidigen wir auch am Hindukusch

Heißt im Klartext: Auslandseinsätze und damit längere Phasen der Abwesenheit gehören quasi dazu. Dabei bleibt es leider nicht nur bei dem tatsächlichen Einsatz, sondern der muss ja auch noch vor- und nachbereitet werden. Also kann man ruhig mal ein Jahr Abwesenheit einplanen.

  1. Flecktarn geht immer

Du möchtest dir oder den Kindern mal wieder etwas Hübsches zum Anziehen kaufen? Kein Problem, wenn es oliv ist oder gar flecktarn ist, wird der Soldat begeistert sein. Unsere große Tochter war ja als Baby weitestgehend in oliv gekleidet… Naja, ich habe das dann einfach mit ein paar farblichen Akzenten aufgemotzt.

  1. Schwarz-Rot-Gold schon morgens beim Aufstehen

Samstagmorgen. Du streckst dich nochmal und öffnest die Augen und schon blickst du auf die deutsche Flagge. Also zumindest hier ist das tatsächlich so, denn auch zum Schlafen trägt mein Mann liebend gern die oliven Shirts des Arbeitgebers. Also wenn das kein Arbeitseinsatz ist…

  1. Schicke Schuhe

Ihr seid unterwegs und du siehst super schöne Schuhe für dich. Allerdings sei gewarnt, denn, dass diese den Qualitätskriterien des Soldaten entsprechen, mag ich bezweifeln. Gutes Schuhwerk muss mindestens über den Knöchel gehen, wasserdicht sein, natürlich mit Schnürung und am besten drei Kilo schwer pro Fuß.

  1. Der perfekte Urlaub

Was ist der perfekte Urlaub für dich? Wellness im 5 Sterne Hotel? Hm, ob das nach dem Geschmack des Soldaten sein wird? Meiner zumindest steht auf Outdoor. Viel Outdoor… Nicht für Einsteiger im Zelt. Nein, also, wenn schon, dann doch bitte richtig… Ein paar Blätter und Stöcke und schon entsteht die perfekte Urlaubsbehausung.

 

Wenn ich weiter drüber nachdenke, dann fällt mir bestimmt noch mehr ein! Aber vielleicht schreib ich ja irgendwann nochmal eine Fortsetzung. Ist jemand von euch mit einem Soldaten zusammen? Was sagt ihr zu meinen Facts?

 

Ich freu mich auf eure Kommentare!

Liebe Grüße

Sylvi

 

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18 Kommentare zu „„Muss nur noch kurz die Welt retten!!!“ 10 Facts über (m)ein Leben an der Seite eines Soldaten.

  1. Moin Sylvie,

    also bei Punkt 1-6 und 10 gehe ich mit.

    Flecktarn geht immer? Höchstens wenn ich irgendwas nähen soll. Nun haben wir ein Nashorn und einige Taschen für Notizbücher in Flecktarn. Letztens durfte es auch ein Täschchen für seine Dienstunterlagen sein.

    Schwarz-Rot-Gold beim Aufstehen? Die grünen Shirts mögen zwar bequem sein, aber wenn sie abgetragen sind hat mein Mann mitunter ein Problem. Tauschen ist als Offizier und Berufssoldat nicht mehr ganz so einfach 😉 Zudem ist mein Mann ein absoluter Adidas-Fan. Das wirkt sich dann wieder auf seine Sportklamotten aus, die er im Dienst trägt.

    Schicke Schuhe? Wir müssen uns wirklich mal treffen! Mein Mann und ich laufen in der Freizeit mit Zehenschuhen herum. Und er findet es auch gar nicht so schlecht, wenn ich mal mit Pumps unterwegs bin 😀

    Aber das Grundgerüst passt. So sind unsere Soldaten eben. Auch wenn es ganz schön nervt, nicht mehr weggehen zu können, Urlaub erst eine Woche vorher zu planen oder sich seelisch und moralisch auf den Einsatz vorzubereiten.

    Viele liebe Grüße
    Anne

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Sylvi,
    Beim Punkt Abkürzungen musste ich herzhaft lachen 😀 Auch hier fliegen mir KZH, DIE, OSG, BFD, BFT und Co. regelmäßig um die Ohren. Ansonsten habe ich wohl eher die Light-Variante erwischt. Ausland war bisher nie Thema, hin und wieder ein Lehrgang aber das ist ok. Aber das macht wohl den Unterschied zum SAZ aus 🙂

    Liebste Grüße
    Sarah

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Steffen, kannst du mir bitte den Unterschied zwischen Logistiker und „richtiger Soldat“ erklären? Kann das gerade nicht ganz nachvollziehen, warum das eine das andere ausschließt. 🤔 VG Anne

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  3. Also außer der Punkt mit Kindern- weil noch keine da sind – würde ich jeden Punkt genau so unterschreiben. Das mit dem Urlaub finde ich allerdings auch nach fast 4 Jahren noch richtig sch….! Im Einzelhandel muss man im Dezember schon den Antrag einreichen fürs komplette Jahr… Klar geht dann auch meistens schief.
    Abkürzungen… Immer lustig, wenn ich anfange zu raten, was es denn sein könnte…

    Man gewöhnt sich tatsächlich an das alles, auch wenn man nicht sehr viel von seinem Soldaten hat. Man lernt die Zeit mit dem liebsten einfach nur schätzen 🙂

    Liebe grüße :))

    Liebe grüße:)

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  4. Da kann ich ja froh sein, dass ich einen Kriegsdienstverweigerer zu Hause sitzen habe. 😉

    Keine richtige Urlaubsplanung (oder generell Planung) machen zu können würde mich an den Rand des Wahnsinns treiben….

    Liebe Grüße,
    Lara

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    1. Liebe Lara,

      ja ich bin eigentlich auch voll der Planer. Jetzt mache ich halt Plan A und Plan B und Plan C mit entsprechenden Alternativen… Irgendeiner wird dann schon funktionieren.
      Und wenn gar nichts hilft, wird die Planung halt komplett umgeworfen und einfach neu geplant…
      Liebe Grüße
      Sylvi

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  5. Also ja im großen und ganzen stimme ich dir überall zu! Bei meinem Göttergatten kommt aber noch dazu, dass er seine Beschützerrolle, die er bei der Arbeit halt seinen Unterstellten gegenüber hat, auch im Privatleben nicht ablegen kann. Nein das heist nicht das ich und die Kinder ihm unterstellt sind aber er passt auf – schlimmer wie ein Wachhund. Und da ist es wirklich total egal ob es mir oder den Kindern passt oder ob es auch mal total überzogen ist. Vorallem in Hinblick auf die Kindererziehung ist das echt ein Problem.
    Aber naja muss gestehen – ich bin quasi in so eine Rolle reingewachsen – da mein Vater bei der Marine war. Ja als ich geboren wurde hatte er zwar aufgehört aber die Wesenszüge bleiben 😉

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    1. Liebe Christin,

      danke für deinen Kommentar! Da bis du ja wirklich von klein auf an derartige Wesenzüge gewöhnt. Wie die Wege manchmal so spielen, dass dein Mann nun auch Soldat ist… Das Beschützersyndrom kenne ich auch, aber es ist nicht ganz so stark ausgeprägt, wie du es beschreibst.

      Liebe Grüße
      Sylvi

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  6. Ach ja, die lieben Abkürzungen 🙂 Wobei ich festgestellt habe, dass diese „Faulheit“ in allen Berufsspaten vorkommt. Ich haue meinem Mann auch regelmäßig Abkürzungen aus meinem Berufsalltag um die Ohren 😉 Auch ansonsten habe ich viele Punkte aus der Zeit, als mein Mann noch SAZ war, wiedererkannt! Sehr unterhaltsam!

    LG Lotti

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