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Großartig: Die Zitronenschwestern von Valentina Cebeni (Rezension)*

Ihr Lieben,

Die Zitronenschwestern von Valentina Cebeni hat mich absolut begeistert und ich kann euch sagen bei einem Roman ist es schon wirklich lange her, dass ich uneingeschränkt behaupten kann dieses Buch hätte meine Seele berührt. Valentina Cebeni ist mit ihrem Debütroman ein wahrhaft wunderbares Werk gelungen. Ich lasse mich ja beim Kauf meiner Bücher meist vom Cover leiten, dieses Mal wäre ich vermutlich weitergegangen und hätte dem Buch keine weitere Beachtung geschenkt. Das Cover ist nett anzusehen, der Titel auf den ersten Blick wenig aussagekräftig und ich hätte mir sicherlich nicht die Zeit genommen den Klappentext zu lesen. Und selbst wenn ich ihn gelesen hätte, wäre das Buch nicht mit nach Hause gewandert, denn der Klappentext wird dem Buch und der unglaublich mitreißenden Geschichte nicht gerecht.

Umso schöner ist es, dass mich der Penguin Verlag auf dieses Buch aufmerksam gemacht hat und mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte. Die 1985 in Rom geborene Valentina Cebeni widmet ihr Buch allen Frauen und ihrer außergewöhnlichen Stärke. Und es ist tatsächlich ein Buch über Stärke, Kraft, Liebe und Leid. Ein Roman über eine Frau, die ihre Wurzeln sucht und sich selbst findet. Eine tragische und zugleich anrührende Geschichte, die so literarisch daherkommt, wie ich es selten erlebt habe. Nach dem ihre Mutter Edda ein Jahr zuvor ins Koma gefallen ist, muss sich Elettra, die eigentlich immer Journalistin werde wollte, um deren Bäckerei La Bottega dei Sogni kümmern. Doch sie beherrscht die Backkunst bei weitem nicht so gut, wie Edda. Die Kunden bleiben weg und sie muss schweren Herzens die Bäckerei schließen. Kurz darauf begegnet ihr im Krankenhaus einer alten Dame, die wie ein Medium zu ihr spricht. Die Worte der Alten und das Medaillon ihrer Mutter weisen ihr den Weg. Plötzlich weiß sie, wohin sie reisen muss, um nach ihren Wurzeln zu suchen: zur Isola del Titano. Mit frischen Anisbrötchen im Gepäck macht sie sich auf den Weg zur Heiligen Elisabeth, der Schutzheiligen der Bäcker, um für ihre Mutter zu beten und zugleich mehr über sie zu erfahren. Es folgt eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sowie mit sich selbst, bei der Elettra nicht nur die Backkunst für sich entdeckt, sondern auch viel über die Insel und ihre eigenwilligen Bewohner lernt. Eine Insel auf der das Wort des Mannes zählt, Witwen am öffentlichen Leben nicht teilnehmen dürfen und der Glaube eine große Rolle spielt. Ich mag nicht zu viel verraten, aber dieses Buch ist packend und immer wieder überraschend, ein bisschen kriminalistisch und zugleich höchst literarisch. Die mystischen Elemente und der metaphorische Schreibstil von Valentina Cebeni haben mir sehr gefallen und machen dieses Buch so besonders.

„Die Zeiger der Uhr standen reglos auf Mitternacht, während die Vergangenheit fröhlich pfeifend durch die verlassenen Straßen zog, (…), und mit Erinnerungen und Sommerdüften um sich warf wie mit Konfetti aus dem Karneval des Lebens.“[1]

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Als ich diese Rezension schrieb, habe ich auch einige andere Rezensionen gelesen. Die meisten sind sehr zwiegespalten, was mich verwundert. Die Geschichte sei verwirrend oder sei zu langatmig. Ich habe dies so nicht empfunden. Ja, die Geschichte ist verstrickt, aber das macht sie auch so besonders, denn es ist eben kein Roman bei dem man bereits nach ein paar Seiten weiß, wie er enden wird. Genau dieser Spannungsbogen gepaart mit diesem literarischen Schreibstil haben mich bis zur letzten Seite gefesselt. Im Buch finden sich übrigens auch einige tolle Backrezepte, die in der Geschichte eine Rolle spielen. Einige davon werde ich sicher demnächst einmal ausprobieren.

Ich habe ja schon angekündigt, dass ich die Bücher ab nun immer benoten möchte…

Die Zitronenschwestern von Valentina Cebeni* bekommt ganz klar die Schulnote 1.

An diesem Buch finde ich absolut keinen Kritikpunkt, es hat mich einfach nur begeistert.

Viel Freude beim Lesen wünscht

Eure

Sylvi

[1] Valentina Cebeni, Die Zitronenschwestern, München 2017, S. 378f.

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Ein Kommentar zu „Großartig: Die Zitronenschwestern von Valentina Cebeni (Rezension)*

  1. Oh, ich habe geahnt, dass das Buch toll ist 🙂 Mich hat das Cover gleich angesprochen und der Klappentext klingt vielversprechend… Deine Rezension bestätigt mir, dass ich das Buch lesen MUSS. Gut, dass die Kleine bald eingewöhnt wird und ich mehr Zeit zum Lesen habe. Vielen Dank für die Vorstellung !
    Liebe Grüße, Berenice

    Gefällt 1 Person

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